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Konzeption und Realisation von Beschallungskonzepten

Jede Beschallungsanlage besteht in der einfachsten Form aus einer Signalquelle, einem Verstärker und einem Lautsprecher. Zur Verbesserung der Qualität und zur Anpassung an den entsprechenden Raum werden, je nach Aufgabenstellung, weitere Audio-Komponenten integriert. Je nach den individuellen Gegebenheiten werden diese gezielt ausge wählt und exakt auf den zu beschallenden Raum abgestimmt.

Zwei Themengebiete haben entscheidend Einfluss gewonnen, um bestmögliche Qualität im Anlagendesign zu erzielen.
 
I. Akustik-Simulation von Räumen und Beschallungsanlagen.

Um frühzeitig bereits Aussagen über die zu erwartenden Klang-Ergebnisse des Raumes treffen zu können und  das Design der Beschallungsanlage „lautsprechergenau„ festzulegen, ist es in der Planungsphase von Beschallungsanlagen sinnvoll eine Computersimulation zu erstellen. Bei der Akustiksimulation von Räumen und Beschallungsanlagen werden bevorzugt die Methoden der statistischen Raumakustik angewandt, die es mit vergleichsweise geringem Aufwand ermöglichen, hinreichend genaue Voraussagen treffen zu können. Die wichtigste Größe des Raumes, die bei einer solchen Simulation benötigt wird, ist die so genannte Nachhallzeit. Die Nachhallzeit ist eine Konstante des Raumes und somit ein wesentliches Charaktermerkmal. Neben den Eigenschaften des Raumes werden natürlich noch Informationen zu den geplanten Lautsprechern benötigt. Diese stecken im Wesentlichen in den so genannten Daten-Balloons (Bestandteil der technischen Daten). Diese beschreiben, wie laut der Lautsprecher abhängig von der Frequenz in die verschiedenen Raumrichtungen abstrahlt. Mit diesen Daten ist es nun möglich, z.B. den Direktschalldruckpegel im Zuhörerbereich zu berechnen. Dazu wird vorher eine Fläche definiert, die etwa in der Ebene der Ohren aller Zuhörer liegt. Bei einem Mapping auf dieser Fläche werden die Pegelwerte des Direktschalls farblich abgestuft dargestellt. Anhand eines solchen Mappings lässt sich sehr an-schaulich erkennen, ob alle Bereiche mit einem ausreichenden Pegel und mit der gewünschten Gleichmäßigkeit versorgt werden.
Außer dem Direktschalldruckpegel kann ein Simulationsprogramm den Gesamtschall- druckpegel berechnen und Kriterien der Sprachverständlichkeit wie STI oder ALcons% angeben.
 
Diese Werte sind ganz allgemein ein Maß für die Güte der Beschallungssituation, die aus dem Zusammenspiel von Raum- und Elektroakustik resultiert. Beschallungsanlagen sollten also niemals eigenständig betrachtet werden, sondern müssen immer unter Berücksichtigung der raumakustischen Eigenschaften des Einsatzortes geplant werden.
 
II. Digitale Matrix-Systeme und Audionetzwerke.

Mit dem Einzug der Digitaltechnik in die Audiowelt ist es möglich, zahlreiche Funktionen zu zentralisieren und zu automatisieren. So werden die wesentlichen Funktionen eines Mischpultes und verschiedenste Signalbearbeitungsfunktionen - beispielsweise die nutzungsbezogene Klangregelung eines Raumes - heute von digitalen Matrixsystemen übernommen. Diese agieren dann „Black box„ mit einer gewissen Anzahl an Ein- und Ausgängen, wobei die Schnittstelle zum Bediener durch eine Mediensteuerung gebildet wird.
 

Die daraus erwachsenden Vorteile sind:

  • Verbesserte Signalqualität des Gesamtsystems
  • günstigerer Preis
  • weitaus geringerer Platzbedarf

Leichte Bedienbarkeit und Adaptivität:
Digitale Einheiten bieten Lösungen per Knopfdruck. Auf Knopfdruck werden alle nötigen Parameter verändert, um die Audioanlage z.B. bei Teilung eines Konferenzsaales neu einzustellen. Durch die Speicherbarkeit von betitelbaren Presets (Szenen) sind solche Umschaltungen Sekundensache.
 
Signalübertragung:
Erfolgt auch die Signalübertragung auf digitaler Ebene, wird als physikalisches Medium fast ausschließlich Cat5-Kabel oder höher verwendet. Hierauf lassen sich bei geringsten Kosten für Kabel und Steckverbindungen bis zu 64 Audiokanäle übertragen. Die digitale Signalübertragung über Cat5-Kabel bringt außer dem günstigeren Preis zwei weitere entscheidende Vorteile:

  • Erhöhte Signalqualität
  • Unempfindlicher gegen elektromagnetische Felder

Überwachung und Steuerung:
Grafische Anzeigen geben Informationen über Gerätestatus und aktuelle Werte. Steuer- software bietet auf grafischen Benutzeroberflächen strukturierte Blockschaltbilder des Routings und der Signalbearbeitung. Digitale Netzwerke bieten durch ihre zentrale wie auch dezentrale Steuerbarkeit über diverse Schnittstellen einen hohen Bedienkomfort. Die Netzwerkprotokolle auf denen die Audionetzwerke bzw. deren Geräte kommuni- zieren sind i.d.R. Standardprotokolle wie TCP/IP. Ferndiagnose und Fernwartung über das Internet oder andere Netzwerke (Firmengelände), die Standardprotokolle verwenden oder verwenden können, schaffen Kosten- und Zeitersparnis. Durch die Verwendung von Standardelementen in Hard- und Software sind Audionetzwerke kompatibel zu anderen Systemen und Medien. Über die gleichen Kabelverbindungen können die unterschied- lichsten Daten ausgetauscht werden. So lassen sich beispielsweise Video- und Konfe- renztechnik-Netzwerke im Verbund mit einem Büronetzwerk nutzen und bei Bedarf untereinander Informationen austauschen.

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